Meine Familie und ich

Ich bin Claudia: Jahrgang 1977, verheiratet seit 2003, Mutter eines wundervollen Adoptivsohnes, Psychologin und Bildungsmanagerin.

Der Wunsch nach leiblichen Kindern war bei mir nie sehr groß. Daher war es für mich eine sehr leichte Entscheidung, ein Kind anzunehmen, statt ein leibliches Kind zu bekommen. Im Grunde war ich sogar erleichtert, als wir uns entschieden haben, ein Kind zu adoptieren. 2008 haben wir uns auch tatsächlich als Adoptiveltern beworben. Bis wir dann gebraucht wurden, sollte es aber noch bis 2012 dauern. Das Warten hat sich gelohnt! Denn im März 2012 sind wir Adoptiveltern unseres damals 3-jährigen Sohnes geworden.

Wir haben uns immer aus absoluter Überzeugung eine offene Adoption gewünscht und mit viel Beharrlichkeit und Glaube daran, dass es das richtige ist, leben wir in der Zwischenzeit aus vollstem Herzen eine offene Adoption mit regelmäßigem direkt Kontakt zwischen uns, unserem Sohn und seiner ersten Familie. Wir sehen, wie gut dieser Kontakt für unseren Sohn ist und wie sehr viel besser es ihm geht, seit wir seine erste Mama und seine Geschwister regelmäßig sehen.

Gerade zu Beginn haben wir jedoch immer wieder aufs Neue erlebt, wie schwer es für ein Adoptivkind sein kann, ohne Kontakt zu den ersten Eltern aufzuwachsen. Deshalb liegt mir diese Seite am Herzen, denn ich möchte damit Adoptiveltern und Herkunftseltern ermutigen, zum Wohl des Kindes den Weg der offenen Adoption zu gehen. Wir haben für diesen Weg gekämpft und es hat sich für uns alle und besonders unseren Sohn gelohnt!

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Familienbaum_verzerrt

„Als Adoptivfamilie sind wir mehr als eine ganz normale Familie.“

Ähnlich so mancher Patchworkfamilie besteht unsere Familie nämlich aus zwei Familien mit unserem Sohn als Gemeinsamkeit. Unser Familienbaum zeigt unsere Familie auf sehr klare Weise, denn die erste Familie von unserem Sohn macht seine Wurzeln aus und wir seine Zukunft. Beides ist gleichermaßen wichtig für ihn und sein Leben.

Genau aus dem Grund wünscht sich unser Sohn in letzter Zeit auch immer wieder, dass wir seinen Familienbaum so umbauen, dass seine beiden Familien in der Krone sind, denn beide Familie sind ein gleichwertiger Teil von ihm. (Zum Glück können auf dem Baum alle Familienmitglieder leicht verschoben werden und das wird unser nächstes Projekt!)

Dieser Familienbaum hat bei uns einen Ehrenplatz gleich unter dem Bild vom Großvater in der Familiengalerie ;-). Er erinnert unseren Sohn und uns immer daran, dass seine erste Familie immer dazugehört, egal was passiert, denn sie ist ein Teil von ihm genau wie er mit seiner ersten Familie ein Teil von uns ist. Dies ist eins der Dinge, die es unserem Sohn leicht gemacht haben, uns zu seinen zweiten Eltern zu machen.

Auf diese Weise haben wir unserem Sohn erklärt, dass Familien manchmal mehr sind als Mama – Papa – Kind – Omas – Opas usw.. Sondern dass es eben auch Kinder, wie ihn gibt, die eine noch viel größere Familie mit zwei Mamas, zwei Papas usw. haben.

Auf seinen Familienbaum ist er sehr stolz, weil alle, die er liebt, darauf vereint sind. Aber manchmal macht ihn der Baum auch traurig, weil er Sehnsucht hat nach seinen Wurzeln.